Warum Sosa wieder in die Startelf muss und Stenzel eine Pause braucht

Borna Sosa ist nach seiner Gehirnerschütterung wieder fitDie Positionen des Außenverteidigers sind speziell, noch dazu sind wirklich gute Leute sehr gefragt und entsprechend selten. Die moderne Auslegung des Links- oder Rechtverteidigers beschränkt sich schon lange nicht mehr nur auf die Defensive, auf hinten und die eigene Spielhälfte. Ein Außenverteidiger beackert, wie man es schön beschreibt seine kompletten rund 100 Meter Außenlinie. Bei Tim Walters Spielsystem, in dem die Innenverteidiger sehr weit aufrücken, müssen dies die Außenverteidiger erst recht tun. Auf der linken Seite hat der VfB mit Insua und Sosa zwei Optionen, die etatmäßig die Position begleiten. Rechts ist Pascal Stenzel recht allein im Kader und hat so kaum Konkurrenz zu befürchten. Nicht zuletzt war das auch der Grund, warum die Leihgabe aus Freiburg bis zum Spiel am Sonntag in Sandhausen bislang jede Minute auf dem Feld stand. Nach einer knappen Stunde war allerdings für den Ersatz-Kapitän Feierabend. Der Dauerläufer auf der rechten Seite spielte seinen Part zuweilen über die Saison sehr solide, es gab wenig Grund ihn zu ersetzen, doch nicht erst in Sandhausen schlichen sich Fehler ein. Die Pässe waren zu kurz, zu ungenau, nach vorne entwickelte Stenzel zu wenig Torgefahr, er hat erst einen Assist auf dem Konto. Dazu kam in Sandhausen ein schlechtes Abwehrverhalten bei den Eckbällen, die zu den Gegentoren führten. Die Kapitänsbinde brachte ihm wohl wenig Erfolg. Alternativen sind rar, doch es gibt sie. Roberto Massimo spielte bei der U21 bereits auf der Position, sollte als Backup-Lösung umgeschult werden. In den letzten Wochen war dies allerdings kaum mehr ein Thema. Auch Gonzalo Castro, der die letzten Spiele Borna Sosa und Emiliano Insua auf der linken Seite vertrat, kann auf der rechten Seite spielen. Nach der Auswechslung von Stenzel wechselte er nach rechts.

Borna Sosa interpretiert die Position offensiver

Gonzalo Castro bekam viel Lob für seine Spiele auf der linken Abwehrseite, zurecht, denn er brachte in den letzten Spielen viel Stabilität und zu Beginn seiner Tätigkeit auch offensiv einige Impulse und dennoch sollte in den kommenden Spielen wieder einer auflaufen, dessen Stammposition auch tatsächlich der des Linksverteidigers ist. Borna Sosa war durch seine Gehirnerschütterung im Spiel gegen Wiesbaden seitdem fünf Spiele außer Gefecht. Am Sonntagnachmittag feierte er sein Comeback. Ihm gelang sicher noch nicht alles, doch man sah sofort, warum er wieder in die Startelf muss. Sein Bewegungsradius spielte sich im Schnitt 30-40 Meter weiter vorne ab, als der von Gonzalo Castro. Die linke Offensivseite wirkte belebter, die ein oder andere Flanke mehr fand den Weg in den Strafraum, außerdem hat Sosa eine bessere Grundschnelligkeit, was die vorstehenden Argumente unterstreicht. Nach seiner Einwechslung liefen die meisten Offensivaktionen über links. Mit ein wenig mehr Spielpraxis nach seiner Zwangspause führt eigentlich kein Weg an ihm vorbei.