So läuft das Quarantäne-Trainingslager des VfB ab

Sven Mislintat gibt Einblicke in die Woche vor dem ersten Spiel

Bei den Schwaben geht es seit Donnerstagnachmittag im Training wieder zur Sache. Nicht nur Ball- sondern auch Körperkontakt ist wieder erlaubt. Sportdirektor Sven Mislintat bremst allerdings die Erwartungen ein wenig, in dem er bei VfBTV verrät und damit gleichzeitig ein Lob ausspricht, dass die Trainer den Start des Teamtrainings mit Bedacht vollzogen haben und das Thema Zweikampf und Spielform „dosiert einführen“ und schrittweise steigern. Beim Training am Freitag wurde allerdings dann auch bereits wieder an den taktischen Formen gearbeitet. Mit dieser Art von „Vorbereitung“ hat, so Sven Mislintat, niemand Erfahrung, „keiner weiß wie das Training wirkt“. Man wird sich schrittweise reinfühlen, um sich je näher es zum Spiel geht, an ein Spielniveau zu bringen. Das Ziel wird sein, den Rhythmus für die restlichen neun Spieltage bis Ende Juni zu finden.

Das Salz in der Suppe, das vorher gefehlt hat

In den Augen von Sportdirektor Mislintat sieht man der Mannschaft an, dass sie heiß ist und es sich wieder gut anfühlt, Fussball zu spielen. „Der wirkliche Wettkampf ist wieder da, die wirkliche Spielform und die echte Challenge, nicht nur die gestellten, die wir in Technik-Parcouren hatten. Das ist nochmal was ganz anderes, das ist das Salz in der Suppe, das vorher gefehlt hat.“

Trainingslager ohne Testspiele und ohne Medien

In der kommenden Woche, die für den VfB bereits am Sonntag beginnen wird, begibt sich das Team nach den Regeln der DFL in ein Quarantäne-Trainingslager. Man nutzt die Infrastruktur des Vereinsgeländes und ein Hotel vor den Toren der Stadt, wie es die Stuttgarter Nachrichten umschreiben. Nach Informationen der Stuttgarter Zeitung werden 29 Spieler ins Hotel ziehen, darunter auch Antonis Aidonis und Keeper Sebastian Hornung. Nicht dabei ist Borna Sosa, der mit Knieproblemen zu kämpfen hat und Lilian Egloff, dessen Schulabschluss bevorsteht. Es wird nach Sven Mislintat wie ein normales Trainingslager sein wird und irgendwie dann doch ganz anders. Was er damit meint ist, dass die Mannschaft sich unter Ausschluss der Öffentlichkeit und ohne Medientermine, die es bei Sommer- und Wintertrainingslagern gibt, bestmöglich innerhalb einer Woche auf das erste Pflichtspiel bei Wehen Wiesbaden vorbereiten wird. Da man eine gewisse Frische für das erste Spiel brauchen wird, wird man anders wie in einem Trainingslager üblich, nicht jeden Tag zweimal auf dem Platz stehen. Doch man bekommt dadurch, dass die Mannschaft rund um die Uhr zusammen sein wird, die Möglichkeit, nochmals viel Videoanalyse zu betreiben und taktische Vorhaben zu besprechen. Es wird also ein Mix aus Training, Video, Pflege, Aktivierung und Athletik sein. Der Unterschied der Trainingssteuerung gegenüber einem „normalen“ Trainingslager wird auch sein, die Mannschaft nicht bis zum Ermüden und über den Punkt zu bringen bis zu einem nächsten Testspiel, denn es wird im Gegensatz zu einer Saisonvorbereitung keine Testspiele geben. Der VfB und das gilt natürlich für alle anderen Vereine, wird eine Art Kaltstart unter geänderten Bedingungen erleben. Auf was es da am Ende in der Vorbereitung ankommt, werden die ersten Spiele auf dem Platz zeigen.