Roberto Massimo spielt sich in den Fokus – Atakan Karazor trotzt der Kritik mit Torerfolg

Der noch 18-Jährige sammelt weiter Pluspunkte

Er wurde bereits zum Sommer 2018 verpflichtet, dann aber für ein Jahr an seinen alten Arbeitgeber Arminia Bielefeld ausgeliehen. Die Leihe sollte ursprünglich auf zwei Jahre terminiert sein, doch die wenige Spielpraxis, die er vergangene Saison in Bielefeld erhielt, nahm Sven Mislintat zum Anlass, den noch 18-Jährigen, der am morgigen Samstag seinen 19. Geburtstag feiert, schon ein Jahr früher als geplant zum VfB zu holen. Er stand zu Beginn der Saison erstmal hinten an, kam über den Bankplatz nicht hinaus und musste den Umweg über die zweite Mannschaft des VfB nehmen. Der Rechtsaußen spielte in der Oberliga meist als Rechtsverteidiger. Tim Walter plant mit ihm einen Backup für Pascal Stenzel, dessen Position keine Konkurrenz im Kader hat. Er interpretierte den Rechtsverteidiger allerdings meist sehr offensiv, was erstens seinem Naturell entspricht und er es sich in seinen Spielen, die er für die U21 bestritt, auch leisten konnte. Es waren zum größten Teil die torreichen und somit richtig guten Auftritte der kleinen Roten. Ob es an ihm lag? Seine Leistungen überzeugten jedenfalls, so kam Roberto Massimo nach seinem Mini-Einsatz in der alten Heimat Bielefeld, gegen Wehen Wiesbaden zu rund 20 Minuten zweite Liga, die er mit Leben füllen konnte. Auch wenn es am Ende nicht zu Punkten gegen den Aufsteiger aus Wiesbaden reichte, seine Einwechslung brachte merklich frischen Wind auf dem rechten Flügel. Wegen der Länderspielpause absolvierte der VfB einen Test unter Ausschluss der Öffentlichkeit gegen den Schweizer Erstligisten FC St. Gallen. Roberto Massimo stand über die volle Distanz auf dem Rasen und erzielte eine Viertelstunde vor Spielende den 4:1 Endstand. Seine Kurve geht nach oben, seine Chancen auf mehr Einsatzzeiten in der zweiten Liga steigen für die nahe Zukunft.

Nach viel Kritik nun Tor fürs Selbstvertrauen?

Das Testspiel könnte nicht nur für den Trainerstab wichtige Erkenntnisse gebracht und den jungen Talenten, die in der zweiten Halbzeit zum Einsatz kamen, eine Plattform geboten haben, sich zu zeigen, sondern könnte sich für einen Spieler richtig gelohnt haben. Atakan Karazor ist bislang beim VfB noch nicht da angekommen, wo er sich selbst sieht und wo ihn die Fans erwartet hatten. Er kam mit dem Bonus, das Spielsystem von Tim Walter aus Kiel zu kennen, doch so richtig umsetzen konnte er es noch nicht. Seine Noten in der Presse und die Stimmen in den sozialen Netzwerken war alles andere als positiv. Er wirkte in den Spielen oft nervös, verlor Bälle, die Pässe landeten beim Gegner. Als Sechser, eine Kombination, die für das offensive und teils risikobehaftete Spiel des VfB, brandgefährlich sein kann. Ob er durch sein Kopfballtor im Test gegen St. Gallen zum zwischenzeitlichen 3:0 in den kommenden Spielen die nötige Ruhe wieder findet und ihm das Tor Selbstvertrauen geschenkt hat, werden die kommenden Wochen zeigen. Im nächsten Heimspiel geht es dazu noch gegen seinen alten Arbeitgeber Holstein Kiel. Gegen die Störche wird also nicht nur Tim Walter im Blickpunkt stehen, sondern auch Atakan Karazor.