Nach erstem Stimmungscheck: Claus Vogt führt deutlich, aber …..

Wird aus dem Wahlkampf ums Präsidentenamt ein Langweiler?

Die beiden Kandidaten um das VfB-Präsidentenamt hatten sich am Donnerstagnachmittag den Pressevertretern vorgestellt. Sie hatten ihre Vorstellungen präsentiert, wie sie den VfB führen wollen. Christian Riethmüller, Chef von Osiander aus Tübingen, stellte klar, dass er solch eine Aktion von Holger Badstuber wie zuletzt, die zu einer zusätzlichen Sperre führte, nicht mit einer Entschuldigung des Spielers vergessen gemacht hätte. Auch wie ein Ex-Sportvorstand mit der Wahrheitsbeugung umging, wäre unter ihm kein Weg gewesen. Und verdiente Spieler wie Guido Buchwald wären unter ihm auch nicht so einfach aus dem Aufsichtsrat gegangen, er kritisierte den Umgang mit dem Weltmeister. Ein zweiter Investor muss nach Meinung des 44-Jährigen zu den Werten des VfB passen. Claus Vogts Ansatz ist die Überkommerzialisierung im Fussball einzudämmen. Dies ist auch der Ansatz seiner Initiative FC Playfair. Ansonsten hatte der 50-jährige Unternehmer aus Nürtingen bereits einige Namen in der Hinterhand. Ex-VfB-Trainer Rainer Adrion könnte er sich in einem Gremium des Vereins vorstellen. Beim Stadionumbau könnte Cem Özdemir helfen. Auch in Sachen Guido Buchwald sieht er es ähnlich wie sein Kontrahent. „Ich hätte als Präsident alles dafür getan, das zu kitten. [Streit zwischen Porth und Buchwald] Wir haben nicht viele Ikonen, auf die wir stolz sein können.“

Doppelspitze wird geprüft

Insgesamt sahen die beiden Kandidaten wohl einige Gemeinsamkeiten. So wird nun nach Informationen der Stuttgarter Zeitung geprüft, ob sie nicht als Doppelspitze den Verein führen könnten. Es soll nun also geklärt werden, ob eine gemeinsame Kandidatur in Frage kommt, auch ob dies der Satzung des Vereins entspricht. Somit könnte der gerade begonnene Startschuss des Wahlkampfs auch relativ schnell schon wieder das Ende bedeuten. In einer Umfrage, die direkt nach Bekanntgabe der beiden Bewerber auf der Facebookseite von VfB-exklusiv startete und an der sich rund 2500 Fans beteiligten, geht Claus Vogt in einem ersten Stimmungscheck als klarer Sieger hervor. 76 Prozent der Stimmen könnte er auf sich vereinen, wäre bereits jetzt zur Wahl ausgerufen worden. Allerdings gibt es in den Kommentaren auch viele, die beiden Kandidaten ihre Stimme verweigern würden, da viele Fans mit der Auswahl der Bewerber um das Präsidentenamt nicht einverstanden sind. Ob nun jeder für sich oder gemeinsam, es bleibt noch viel Arbeit und viele Gespräche für die beiden Finalisten. In der außerordentlichen Mitgliederversammlung am 15. Dezember wird nicht nur der Präsident neu gewählt, sondern auch ein drittes Präsidiumsmitglied. Hier stehen Werner Gass und Rainer Mutschler zur Wahl. Außerdem ein Sitz im Vereinsbeirat in der Säule „Sport und Verein“. Die beiden Bewerber sind Hans H. Pfeifer und Dr. Marc Nicolai Schlecht.

Bild: Pressefoto Rudel