Pellegrino Matarazzo stellt die Charakterfrage

Der Ton in Stuttgart wird bestimmter

Trainer aber auch die Spieler waren enttäuscht vom Spiel und vom Ergebnis in Wiesbaden. Zurecht. Denn der Anspruch und die Ziele sind andere. Entsprechend ließ Pellegrino Matarazzo während der virtuellen Pressekonferenz vor dem Spiel in Kiel durchblicken, dass er die Zügel im Training angezogen hat. Allerdings nicht was die Physis betrifft, sondern auf der emotionalen Ebene. Dabei geht es dem Trainerteam um die Geschlossenheit der Mannschaft, darum, sowohl beim Toreschießen, als auch beim Vorangehen auf dem Platz als Einheit aufzutreten. Den einen Torjäger im Team gibt es nicht, auch von den Lautsprechern innerhalb der Mannschaft sind wenige vorhanden, so dass diese Dinge auf den Schultern aller verteilt werden müssen. Trainer Matarazzo kündigte an, seine Startelf fürs Kiel-Spiel gegenüber dem Wiesbaden-Spiel zu verändern. Er sucht nun Typen, die eine gewisse Bissigkeit, Härte und Emotionen ins Spiel bringen. Er sucht Typen, die eine gewisse Widerstandsfähigkeit mitbringen und im richtigen Moment Charakter zeigen. Dabei geht es Matarazzo darum, was passiert im Kopf eines Spielers, wenn im Spiel ein Gegentor fällt oder die Chance zur Führung vergeben wird. „Was passiert in einer schwierigen Situation, bleib ich groß, bleib ich stark, bin ich bereit standhaft zu sein.“

Fokus liegt auf dem Erzielen des nächsten Tores

Matarazzos Aufgabe wird es nun sein, „die Spieler auszusuchen, die bereit sind, genau die Eigenschaften zu verkörpern.“ Die Körpersprache im Training hat dies wohl bereits gezeigt, so dass der Trainer seine Startelf gegen die Störche gefunden hat, auch nachdem im Training der Druck diesbezüglich erhöht wurde. Holger Badstuber wird, wie es scheint, in die Startelf zurückkehren. Andere Namen für die erste Elf nannte Matarazzo noch nicht. Er fordert in Kiel, unabhängig von dem, dass nach der Partie im hohen Norden das Spitzenspiel gegen den HSV ansteht, ein Erfolgserlebnis und drei Punkte. Der Fokus muss darin liegen, unbedingt das nächste Tor zu erzielen, mit aller Macht das 1:0 zu machen und hinten die Null zu halten.